Uninteressantes von einem Anwendungsentwickler aus Linse
 

Seagate Freeagent Dockstar

Kategorie "Hard- und Software" Hard- und Software  Verfasst von christian christian  Verfasst am 19.09.2010 19:37 19.09.2010 19:37  4 Galeriebilder 4 Galeriebilder  3 Kommentare 3 Kommentare  12493 Hits 12493x  

Die Freeagent Dockstar von Seagate scheint auf dem ersten Blick eine 0815 Dockingstation für 2,5" Platten zu sein. Allerdings kann das Teil wesentlich mehr. Mit ein paar Handgriffen kann man aus der Dockstar einen Mini-Server mit Debian als Betriebssystem machen.

VerpackungDockstar von VorneDockstar von HintenDockstar mit Externer Festplatte als Root Partition

Nach Hause telefonieren

Im Auslieferungszustand hat die Dockstar mehr Nach- als Vorteile. Das System kann nur über den Onlinedienst von Pogoplug konfiguriert werden. Es wird also zwingend eine Internetverbindung voraus gesetzt. Alle Services die Zugang zu den Daten ermöglichen sind zu Anfang deaktiviert. Es gibt zwar einen Service der auf Port 80 lauscht, aber der gibt keine Antwort.

Allerdings läuft auf der Dockstar auch ein SSH Server bei dem es einige Hacker geschafft haben das Root Passwort herauszufinden. Man kann sich also als root mit dem Passwort stxadmin einloggen. :)

Ein weiteres Problem: Das Teil telefoniert natürlich nach Hause, damit der Pogoplug Dienst funktionieren kann. Verbindet sich die Dockstar das erste mal mit dem Internet wird ein Firmwareupdate durchgeführt und das root Passwort geändert. Als alternatives Root Passwort könnte dann noch ceadmin funktionieren.

Um die Call-Home Funktion zu deaktivieren, schließt man den Dockstar entweder direkt an einen PC ohne Internet an, oder trennt den Router von Internet. Nun loggt man sich via SSH als root ein und bearbeitet die Datei /etc/init.d/rcS und kommentiert die Zeile /init.d/hbmgr.sh start aus.

Die LED der Dockstar wird nun dauerhaft Orange blinken. Das ist aber egal, da die LED später mit Debian sowieso dauerhaft aus ist. ;)

Debian installieren

Zur Installation von Debian Lenny habe ich die Anleitung von Jeff Doozan benutzt. Das Tolle an der Anleitung ist, dass Debian auf einem USB Stick installiert wird. Das originale System bleibt also bis auf einer kleinen Manipulation am Bootloader erhalten.

Genaueres dazu gibts auf der Website von Jeff Doozan. Die Installation ist auch sehr einfach. Vorher muss allerdings der USB Stick mit einer ext3 Partition (sda1) und einer Swap Partition (sda2) ausgestattet werden. Der Rest läuft mit wenigen Befehlen ab.

cd /tmp
wget http://jeff.doozan.com/debian/dockstar.debian-lenny.sh
chmod +x dockstar.debian-lenny.sh
./dockstar.debian-lenny.sh

Hinterher wieder als root mit dem Passwort root einloggen und am besten gleich das Passwort ändern. ;) Das Lenny Image ist ein bissl zugemüllt. Ich habe Sachen wie exim4 und nfs-common direkt runter geschmissen. Ansonsten funktioniert es echt super. Für alles die es wollen gibt es auch ein Sqeeze Image auf Jeffs Website.

Technische Daten

 

  • Gigabit LAN Schnittstelle
  • 3x USB 2.0
  • 1x Docking Anschluss für Seagate Freeagent Platten
[~] free -m
             total       used       free     shared    buffers     cached
Mem:           120        105         15          0          0         93
-/+ buffers/cache:         10        110
Swap:          509          2        507
[~] cat /proc/cpuinfo 
Processor	: Feroceon 88FR131 rev 1 (v5l)
BogoMIPS	: 1192.75
Features	: swp half thumb fastmult edsp 
CPU implementer	: 0x56
CPU architecture: 5TE
CPU variant	: 0x2
CPU part	: 0x131
CPU revision	: 1

Hardware	: Marvell SheevaPlug Reference Board
Revision	: 0000
Serial		: 0000000000000000

Performance

Die Dockstar hat natürlich keine x86 CPU von Intel oder AMD. Trotz der 1,2 GHz der Marvell CPU merkt man deutlich wenn die Dockstar am rechnen ist. Das lesen der APT Datenbank zum Beispiel dauert ein wenig länger als auf einem normalen Rechner.

Ich nutze die Dockstar nur als Samba Server. Und dafür funktioniert sie echt gut. Ein Kopiervorgang zwischen zwei USB Platten hat einen Durchsatz von zirka 15MB die Sekunde. Das ist für ein Mini-System schon recht gut, wie ich finde. ;)

Es soll auch einige geben die auf der Dockstar ein komplettes grafisches System mit XFCE oder LXDE laufen haben. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Sonstiges

Da der Bootloader vom ersten Medium bootet, sollte man den Stick immer in den Port stecken, der am nahsten am Stromstecker ist. 

Auch sollte man die automatische Dateisystemüberprüfung deaktivieren. Sonst könnte sich ein reboot der Dockstar um einige Stunden verzögern. ;)

Fazit

Für zirka 25 Euro ist die Dockstar ein super, günstiger Mini-Server. Jeder der ein bisschen Ahnung von Linux hat kann damit sein Netzwerk aufwerten. 

Update 01.10.2010: Habe das System der Dockstar auf eine 2,5" Platte verlagert. Das System läuft nun bei großen Datentransfers auf der Root-Partition erheblich flüssiger.

via hardwareluxx.de, jeff.doozan.com

 

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4 Kommentare

Avatar
1) Gentoonito schrieb am 07.04.2011 um 09:52 Uhr
Woher bekommt man die Seagate FreeAgent Dockstar für 25€?

Lieben Gruß
Gentoonito
Avatar
2) nuetzl schrieb am 07.04.2011 um 17:46 Uhr
hey guest ^^

die dockstar gabs lettes jahr als die möglichkeit mit debian noch nicht so bekannt war noch für ca. 25€

als alle mitbekommen haben was mit der DS so möglich ist, ist die nachfrage gestiegen, und somit der preis.

d.h. abwarten ob sich was tut oder ebay im auge behalten^^
Avatar
3) christian schrieb am 07.04.2011 um 19:05 Uhr
So ist es. :)


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